Autorenvorstellung: Laura Wulff (Sandra Henke) im Interview

Hallo ihr Lieben, heute stelle ich euch eine meiner neuen Lieblingsautorinnen vor: Laura Wulff! Ihr erinnert euch sicher an die Rezension zu Nr.13 die ich kürzlich verfasst hatte 😉

Ich habe versucht Fragen zu entwickeln, die so noch nicht da waren, damit wir etwas Neues über Laura Wulff (aka Sandra Henke) in Erfahrung bringen. Irgendwie wurde damit aus einer kurzen Vorstellung ein richtig langes Interview 😛 Die Zwischenüberschriften helfen euch, zu den Passagen zu finden, die euch interessieren. Viel Spaß beim Lesen!

henke© Ricarda Ohligschläger

Kurzvorstellung: Laura Wulff  ist das Pseudonym der erfolgreichen Schriftstellerin Sandra Henke. Sie lebt und arbeitet nahe Köln (hihi ich auch :P). Sie ist in den Genres Erotik, Romantik, Fantasy und Krimi angesiedelt, deckt also eine ziemlich spannende Bandbreite ab (ich steh auf Fantasy und Romantik^^). In diesem Interview liegt der Fokus vor allem auf Nr.13 und der Bloggersphäre.

Die umfassende Arbeit eines Autors

Zunächst wollte ich wissen, wie man sich in die Phantasie eines Pädophilen versetzten kann. Natürlich hat sie sich einen großen Namen als Erotikautorin gemacht, aber Sex mit Minderjährigen ist schon ein ganz anderes Feld. Daraufhin gab es eine lange, aber sehr gut nachvollziehende Antwort: „Wenn man Krimis und Thriller schreibt, muss man sich in alle Figuren hineinversetzen können, auch die bösen und kranken Charaktere“. Man muss die Taten nachvollziehbar darstellen können und daher die Motive ausloten. Der Autor muss versuchen das Innenleben des Charakters darzustellen und das, was die antreibt.

Das ist gar nicht so leicht, als Autor werden dabei verschiedene Skills abverlangt. Einerseits muss er natürlich kreativ sein, um eine gute Story zu schreiben. Andererseits muss er aber auch analytische Fähigkeiten mitbringen, damit aus der kreativen Story eine nachvollziehbare Handlung mit Sinn entsteht. Die analytischen Fähigkeiten sollte der Autor dann vor allem bei der Überarbeitung seines Textes zum Tragen kommen lassen.

Dafür ist es übrigens notwendig sich selbst kritisieren zu können – gar nicht so leicht, wie ich persönlich finde 😉

Einerseits beschreibt Wulff, dass sie sich in die Figuren hineinversetzen muss (hierzu benötigt man Kreativität) andererseits muss man aber auch den Abstand wahren können (Analyse). Als Beispiel:

„Ähnlich wie ein Dirigent. Er geht auch mit der Musik mit, behält aber einen klaren Kopf und die Fäden in der Hand“.

Ähnlich verfuhr sie auch bei der Denkweise des kleinen Jungen im Prolog. Ihr erinnert euch, eine Stelle, die mich besonders schockiert hatte. Auch hier muss man sich einfach in die Figur hineinversetzen können, egal ob Pädophiler oder verängstigtes Kind. Dabei muss man großes Einfühlungsvermögen beweisen können, eine Grundvoraussetzung für das Schreiben:

„Wie ein Schauspieler in alle Rollen schlüpft und Figuren verkörpert, die vollkommen anders sind als er privat, trifft das auch auf Autoren zu“.

Sachlichkeit bei viel Kriminalität

Jetzt interessierte mich natürlich auch was SIE gefühlt hat, als sie das Buch geschrieben hatte. Gerade, weil es mich so mitriss, habe ich gedacht, dass sie total verängstigt unter ihrem Schreibtisch saß und tagelang nicht herauskam, bei so viel krimineller Energie 😉 Und vor allem, ob sie weiß, wie sich Eltern fühlen, die das lesen (auch mein Mann war schockiert über einzelne Textpassagen). Daraufhin meinte sie ganz nüchtern, dass Krimis sich um Verbrechen handeln. Ein Autor muss dem Leser diese Verbrechen vor Augen führen und ihn dafür sensibilisieren (was in der heutigen, abgestumpften Gesellschaft gar nicht mehr so leicht ist, finde ich). Daher versucht Laura den Leser in die Geschichte hineinzuziehen und wachzurütteln und weiß:

„Das schockiert, tut weh, geht an die Substanz“.

An dieser Stelle machte sie aber auch darauf aufmerksam, dass der Krimi aus mehr als nur dem Prolog bestünde. Die Geschichte dahinter sei ebenso relevant. An dieser Stelle muss ich sagen, am schlimmsten empfand ich eben als Mutter die Passagen mit dem Jungen. Die Story an sich war interessant, weil ich wissen musste, was mit dem Jungen passiert ist. Ein Zeichen dafür, dass auch ich schon ein wenig verroht bin. Wobei mich passagenweise auch immer wieder das Privatleben Daniel Zuckers bewegt hatte…

Nr. 13 von Laura Wulff

Die Intension zu Nr.13

Doch zurück zum Krimi: Nr. 13 besteht aus tatschlich mehr. In dem Thriller geht es um die Frage: „Was wird aus Pädophilen und Sadisten nach ihrer Entlassung aus der Haft?“ Eines erleben wir ja immer wieder: Auch, wenn Sexualstraftäter ihre Strafe vor dem Gesetz abgesessen haben, werden sie danach von den Mitbürgern geächtet und bestraft. Da kommt es einfach zu einer Kluft zwischen Gesetz und Moral. Und da setzt Laura Wulff an:

„Nur wenn man über diese Diskrepanz spricht, kann man eine Lösung dafür finden. Und „Nr. 13“ soll einen Beitrag dazu leisten“.

Meine persönliche Meinung zu Sexualstraftätern

Damit habe ich persönlich ein Problem, das muss ich zugestehen. Ich halte die Strafen für Sexualstraftäter, vor allem Pädophile, für viel zu gering. Das Strafmaß ist nicht dem angepasst, mit was die Opfer ihr Leben lang leben müssen (wenn sie es überlebt haben). Nicht davon zu sprechen, was mit den Familien der Opfer ist, die diese Qualen nicht überlebt haben. Persönlich finde ich, dass diese Straftäter nicht mehr auf freien Fuß kommen sollten, denn ich denke, das sexuelle Gelüste keine Krankheit sind, sie sind einfach da. Ebenso kann man versuchen einen Fußfetischisten oder Homosexuellen zu bekehren. Völliger Quatsch! (Und natürlich völlig OK, dass sie es sind, nicht falsch verstehen. Damit tun sie niemandem weh!).

Aber das ist nur meine persönliche Meinung zu dem Thema 🙂 Das Buch hat mir trotzdem gefallen.

Laura Wulff über die Bloggersphäre

Als Bloggerin war es mir dann aber auch wichtig zu erfahren, wie Laura Wulff generell zu Bloggern steht. Ich habe gesehen, dass sie schon einige Interviews gegeben hatte, daher war ich neugierig. Die Meinung war gespalten. Einerseits findet sie es toll, wenn passionierte Leser einen Blog führen und dann Artikel über Buch-Rezensionen, Buchmesse-Reporte und Lesungen veröffentlichen, vor allem dann, wenn sie selbst nicht teilnehmen konnte. Sie spricht aber gleichzeitig eine große Problematik an: Die große Anzahl an Bücherblogs. Ein Problem, welchem ich mich ebenfalls stellen muss, denn ich führe ja keinen reinen Buchblog – und möchte das auch nicht. Damit ist aber die Konkurrenz wirklich ziemlich groß 😉 Trotz dieser Problematik fasst Wulff ihre Beziehung zu Bloggern wunderbar zusammen:

„Für mich persönlich sind Blogger in erster Linie Menschen, mit denen ich mich verbunden fühle, da wir dieselbe Leidenschaft teilen: die Liebe zu Büchern.“

Bücherblogs wird nachgesagt, dass sie einen großen Einfluss auf das Kaufverhalten der Leser ausüben. Dies ist ja eine indirekte Art des Empfehlungsmarketings: Empfiehlt mir ein guter Freund (was Blogger untereinander oft sind) ein Buch, regt es meinen Kaufwunsch viel extremer an, als wenn ich das Buch zufällig im Laden liegen sehe. Daher interessierte es mich, ob sich auch Laura schon mal von einem Blogger zum Kauf hat animieren oder abschrecken lassen. Die Antwort ist ein….Jein. Sie lässt sich gern inspirieren, bildet sich aber eine eigene Meinung:

„Eine Rezension, ob nun die eines Bloggers oder eines Feuilleton-Kritikers, spiegelt nur eine einzige subjektive Meinung wieder, das darf man nicht vergessen“

Der Unterschied zu Bloggern und Autoren

Laura Wulff beschreibt Blogger als Art Journalisten: „Sie schreiben Artikel, dürfen aber/bzw. sollen sogar – anders als Reporter – ihre persönliche Meinung einbringen. Wir Autoren allerdings schreiben Fiktion […] Blogger sind kreativ, was die Präsentation ihrer Texte betrifft, Autoren dagegen sind es in Bezug auf den Inhalt. Was beide gemein haben ist, dass sie ihre Leserschaft fesseln müssen.“

Das war mein „kleines“ Interview mit Laura Wulff über ihren aktuellen Titel und Blogger 🙂 Wer mehr über sie erfahren möchte, kann gern ihre Webseite besuchen oder aber auch die Vorstellung einer Bloggerfreundin lesen.

Übrigens: Sie freut sich schon sehr auf die Loveletter Convention vom 24./25. Mai in Berlin um Blogger und andere Leseratten kennenzulernen und sich auszutauschen 🙂

 

 

 

 

Autorenvorstellung: Martin Piekar

Martin Piekar- LyrikerHeute möchte ich euch einen Autoren vorstellen, den ich sogar persönlich kenne und zu meinen Freunden zählen darf: Martin Piekar. Er ist zwei Jahre jünger als ich und hat literarisch schon weitaus mehr geleistet und erreicht, als ich wahrscheinlich je werde, obwohl ich immer davon geträumt habe, mal ein Buch zu schreiben.

Wie man auf dem Bild wohl erkennen kann, ist Martin alles andere als der Durchschnittsjunge von nebenan! Er fasziniert sich, ebenso wie ich, für die „dunkle Szene“, wie sie oft betitelt wird. Damit ist er eine Art Außenseiter, setzt man die Perspektive auf die Durchschnittsgesellschaft. In unseren Kreisen ist er stinknormal  – was nicht etwa heißen mag, er sei langweilig, im Gegenteil 😉 😉

Für Skeptiker gibt es Folgendes zu sagen:

 

„Bei mir ist es die Sicht der Welt, die Leidenschaft des Mystischen, der Musikstil, das Geheimnisvolle, das schwarz romantische, die Wahrnehmung der Welt, eine Art Ästhetik und Philosophie. Ich nehme mir die Freiheit zu sein, wer ich sein will“ (Zitat Martin Piekar).

Gerade deswegen möchte ich euch Martin vorstellen, denn mir imponiert sein Lebensweg und was er schon alles erreicht hat. Dazu zählt beispielsweise seine Teilnahme als Finalist beim Lyrikpreis in München (2013). Im Jahr zuvor gewann Martin Piekar den 20. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin im Bereich Lyrik! Auch nahm er beim Radikal Büchner Projekt von ZDF Kultur teil. Sein bisheriger Höhepunkt ist die Veröffentlichung seines ersten Gedichtbandes „Bastard Echo“ in diesem Jahr (erschienen im Verlagshaus J.Frank/Berlin) . Auf diesen Band werde ich bei meiner Rezension (später) noch genauer eingehen.

Bastard Echo von Martin Piekar

Wo kommt Martin her? Er ist ein 90er Jahrgang und aktuell Student. Er studiert Philosophie und Geschichte auf Lehramt an der Goethe Universität in Frankfurt am Main.

Schon vor seinem Abitur war für ihn klar, dass ein einen bilateralen Weg einschlagen möchte. Er möchte Unterrichten aber auch dichten. Seine Gedichte – ich durfte ihm bereits bei einem Lesung lauschen und war ganz fasziniert vom Zusammenspiel zwischen Gitarre (ein Freund unterstützt ihn) und den Klängen seiner Worte – sind mittlerweile sehr persönlich. In seinem Werk Bastard Echo sind die Stücke auch einzelnen Personen und Lebewesen gewidmet.

Sein Schreibtisch ist die Welt! Am Liebsten schreibt er im Bus oder Zug, also generell unterwegs. Eine heimeliche Schreibtischecke würde auch so gar nicht zu ihm passen, finde ich 😉 Für ihn hat das Schreiben eine besondere Bedeutung:

„Schreiben ist Teil meines Lebens. Ich kann nicht ohne. Schreiben. Schreiben bedeutet auch reflektive Auseinandersetzung mit dem Thema und mit mir. – Es ist eben deswegen so ein wichtiger Teil meines Lebens weil dichten auch mich mir selbst näher bringt in diesen Momenten“ (Zitat Martin Piekar).

Zu seinem Werk Bastard hat er einen ganz besonderen Bezug. Denn er ist Bastard, wir er sich selbst betitelt. Der Gedichtband beschreibt eine Auseinandersetzung von ihm, mit ihm selbst, bestimmten Lebenssituationen und Bildern aus dem Alltag. Auch, wenn die Situationen manchmal alltäglich und banal erscheinen so zählen sie doch zu den Eckpunkten, die unser Leben bestimmen, so Piekar. „Ich glaube mit fielen Situationen aus, die geheimnisvoller sind, als sie uns erscheinen“, äußerte sich Martin mir gegenüber. Zusammenfassend:

In den Bastard Gedichten habe ich Bastard als Gefühl dargestellt, um die Inkompabilität einer Person mit seiner Welt zu zeigen, die situativ oder generell eintreten kann„.

Übrigens trägt Martin ein Tatto mit dem Schriftzug Bastard, wo, müsst ihr selber herausfinden 😛 Bezüglich seiner Zukunftspläne gibt sich Piekar knapp, aber bestimmt: Er möchte weiterschreiben, denn..

„Weiter ist der einzige Weg der uns bleibt“.

Ich freue mich sehr, dass ich euch an dieser Stelle Martin Piekar vorstellen durfte! Demnächst werde ich auch seinen Gedichtband „Bastard Echo“ vorstellen, damit ihr einen Eindruck davon gewinnt, was mich an seinen Gedichten fasziniert hat.